Undercover als Paketzusteller: Die harte Welt der Paketboten

panorama-paketzustellerDer Versandhandel boomt, vor allem wegen der bequemen Bestellmöglichkeiten per Internet. Bestellen, anschauen und bei Nichtgefallen wieder zurück. Was für den Kunden an Komfort fast nicht zu überbieten ist, bedeutet vor allem für die Paketzusteller harte Arbeit – die oftmals grottenschlecht bezahlt wird. Ein Redakteur der NDR-Sendung „Panorama“ hat sich vor Weihnachten inkognito als Paketzusteller anstellen lassen und mit versteckter Kamera gedreht.

Das gut siebenminütige Video (siehe unten) zeigt eindrucksvoll, unter welch schwierigen Bedingungen viele Menschen in der Branche ihren mickrigen Lohn verdienen. Und wer sich dagegen wehrt, dem droht auch noch die Kündigung. Also wenn ihr das nächste Mal etwas geliefert bekommt und der Zusteller ist vielleicht nicht der strahlende Sonnenschein, nehmt es ihm nicht übel. Er hat eventuell gerade eine 10-Stunden-Schicht mit fünf Euro brutto pro Stunde hinter sich und kriegt als Dankeschön vielleicht noch die Hölle heiß gemacht, weil der irgendwelche Quoten nicht erfüllt.

Meine Frage an dieser Stelle: Wie sieht eure Meinung zum Thema aus? Habt ihr schon einmal in der Branche gearbeitet und könnt ähnliches erzählen? Oder kennt ihr Paketboten, die das gleiche durchmachen? Oder ist euer Lieferant immer mies drauf, weil er täglich kiloschwere Pakete schleppen muss und dafür kaum was kriegt? Schreibt eure Kommentare unter diesen Artikel.

Übrigens ist der Beitrag ein gutes Beispiel für investigativen Journalismus – und dafür, was man mit den Gebühren für die Öffentlich-Rechtlichen anstellen kann, wenn man sie nicht nur in Volksmusiksendungen und Vorabend-Soaps investiert. Es ist bedauerlich, dass gute Sendungen wie Panorama nicht die besten Sendeplätze bekommen.

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2 Antworten auf Undercover als Paketzusteller: Die harte Welt der Paketboten

  1. Stefan sagt:

    Das mit der schlechten Bezahlung und den unmöglichen Arbeitsbedingungen der Paketzusteller ist ja leider ein offenes Geheimnis. Ähnliche Berichte gab es in der Vergangenheit ja schon über Hermes, DPD und GLS. Das sich da der Brangenprimus DHL bei der Konkurrenz nicht positiv abhebt war da eigentlich schon offensichtlich.

  2. Markus sagt:

    Es sollte im Internet für den Verbraucher immer die Möglichkeit geben selbst zu bestimmen ob man solche Bedingungen unterstützt. Im Supermarkt hab ich die Aktion „Aufrunden bitte“ gesehen. Im Internet würde es mir sogar noch einfacher fallen über eine einfache Checkbox oder ein zusätzliches Feld eine kleine Summe mehr zu bezahlen die dann zu 100% an entsprechende Personen geht. Am besten wäre, wenn soetwas von einer dritten Instutition angeboten wird, die das für Onlineshops anbietet und überwacht.