Mega: Der „anständige“ Nachfolger von Megaupload …

megaWir schreiben den 19. Januar 2012: Kim Schmitz, Gründer des mittlerweile geschlossenen Dienstes Megaupload, wird auf seinem Anwesen in Neuseeland verhaftet. An diesem und den folgenden Tagen schafft es der Begriff „One-Click-Hoster“ tatsächlich auch in die Hauptnachrichten. Hierzulande steht Kim Dotcom“ – wie er sich gerne nennt – vielleicht besonders im Fokus, weil er deutsche Wurzeln hat. Laut Wikipedia ist er 1974 in Kiel geboren. Ab sofort wusste auch Lieschen Müller was es mit der ganzen One-Click-Hoster-Problematik auf sich hat – zumindest oberflächlich. Probleme haben damit vor allem die Musik- und Filmindustrie, da diese Hoster – Megaupload war/ist ja bei Weitem nicht der einzige – massiv für die Bereitstellung unerlaubter Downloads genutzt werden. Der Service an sich ist natürlich erst einmal nicht illegal. Internet-Festplatten, auf denen man Dateien ablegen und auch für andere Nutzer bereitstellen kann, gehören im Jahr 2013 (und auch schon langte vorher) zum Alltag. Dropbox, SkyDrive, Google Drive und wie sie nicht alle heißen unterscheiden sich technisch gesehen nicht großartig von Diensten wie uploaded.to, rapidgator.net oder netload.in. Lediglich der zur Verfügung stehende Speicherplatz ist größer, so dass sich gerade Videos hochladen und per Link anderen anbieten lassen. Aber die Anbieter argumentieren, dass es Sache des Nutzers ist, was er mit dem Dienst anfängt. Die Unterhaltungsbranche und ihre Anwälte sehen das naturgemäß etwas differenzierter.

Durchgehend verschlüsselt Aber auch Kim Schmitz hat so argumentiert und argumentiert jetzt wieder so. Denn seit zwei Tagen ist sein neuer Hosting-Dienst namens „Mega“ am Start. Großer Unterschied zu seinem Vorgänger Megaupload und anderen Anbietern: Dateien werden schon beim Upload verschlüsselt. Dazu nutzt der Dienst einen RSA-2048-Algorithmus, der ziemlich sicher ist. Konsequenz: Auf dem Server liegen nur verschlüsselte Dateien, und nur wer den Schlüssel hat, kann darauf zugreifen. Zu überprüfen, ob dort urheberrechtlich geschütztes Material gespeichert ist, ist für Dritte nicht möglich. Auch andere Provider legen Dateien verschlüsselt ab, allerdings hat der Provider dort selbst den Schlüssel in der Hand, könnte also selbst an diese Dateien heran. Mega macht es anders. Offiziell sollen Kunden somit sicher gehen können, dass niemand außer ihnen selber Zugriff auf die Dateien hat.

megaPasswort direkt im Download-Link Natürlich lassen sich bei Mega die Dateien mit anderen Nutzern teilen. Der Freigabelink enthält auf Wunsch gleich den Schlüssel, so dass ein Klick genügt, um die Datei herunterzuladen. Alternativ muss der Schlüssel – also das Passwort – manuell eingegeben werden. Und damit könnte Mega natürlich wieder für das benutzt werden, mit dem auch Megaupload groß geworden ist: Illegale Downloads. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Anbieter keinen Zugriff auf die Inhalte hat und somit – das ist wohl die Idee von Schmitz und seinen Kollegen – nicht dafür belangt werden können, wenn denn wirklich Urheberrechtsverletzungen begannen werden. Dass das passieren wird, liegt aber auf der Hand. Alles andere würde mich und mit hoher Wahrscheinlichkeit Kim Schmitz und die Film-/Musik-Industrie sehr wundern.

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50 GB gratis Kostenlos gibt es bei Mega satte 50 Gigabyte Speicherplatz. Das ist eine ganze Menge. Bei Dropbox gibt es gerad einmal zwei, bei Microsoft SkyDrive sieben und bei Google Drive fünf Gigabyte. Andere One-Click-Hoster bieten zwar theoretisch sogar unbegrenzten Speicherplatz, löschen Dateien aber nach einer gewissen Zeit, wenn sie nicht mehr heruntergeladen werden. Das bedeutet, dass diese Dienste zum Beispiel für Backups eher ungeeignet sind. Wer bereit ist, 10, 20 oder 30 Euro im Monat zu zahlen, erhält dafür 500 Gigabyte, 2 Terabyte oder 4 Terabyte Speicherplatz und eine zugesagten Traffic von ein, vier oder acht Terabyte. Zunächst lässt sich der Service nur per Browser nutzen. Apps für die gängigen Plattformen sind aber anscheinend in Arbeit. Wie ist eure Meinung zu Mega? Seriöser Anbieter für rechtmäßige Uploads oder nur ein weiterer dubioser One-Click-Hoster mit Zusatzfunktionen?

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