Kleine Übersicht: TV-Programm aus der Internetbuchse

Telekom EntertainWer fernsehen möchte, braucht dazu längst keine Satellitenschüssel, keinen Kabelanschluss und auch keine DVB-T-Zimmerantenne mehr. Ein Internetzugang genügt zumindest teilweise, um den klassischen TV-Anschluss zu ersetzen. Mit dem richtigen DSL-Provider geht es sogar ganz ohne.

In Deutschland sind es die drei großen DSL-Provider Telekom, Vodafone und O2 (mit der Marke „Alice“), die mit ihrem Internetanschluss auch den Empfang des Fernsehprogramms erlauben. Das stellt streng genommen die einzig legale Möglichkeit dar, das komplette TV-Programm ohne Einschränkungen über DSL sehen zu können. Die providerunabhängigen Angebote, die ich weiter unten vorstelle, sind zwar kostenlos, können einen echten Fernsehanschluss aber nicht wirklich ersetzen – auch wenn es einigen Menschen ausreicht, auf diese Weise fernzusehen. Dazu aber später mehr.

DSL inklusive echtem TV

Liga TotalDas umfangreichste Angebot hat die Telekom. Es nennt sich Entertain und kommt mit einem 16-MBit-DSL-Anschluss sowie einer Flatrate für Telefonate ins Festnetz. Entertain gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Entertain Comfort für 44,95 Euro monatlich (derzeit kosten die ersten beiden Jahre 39,95 Euro pro Monat) und Entertain Premium 49,95 Euro (derzeit die ersten beiden Jahre 44,95 Euro monatlich). Dafür könnt ihr die üblichen TV-Sender, die auch frei per Satellit und Kabel zu empfangen sind, sehen. Ins-gesamt sollen es rund 100 sein, wer Premium-Kunde ist empfängt sogar noch einige Sender mehr, die es ansonsten nur im Pay-TV gibt (Animex, Disney Channel, TBT Film usw.). Hinzu kommt für alle Entertain-Bucher die Möglichkeit, bestimmte Senderpakete für Preise ab 2,95 Euro monatlich zu buchen. Dazu gehören etwa Sender, die Filme, Dokus, Kindersendungen oder Sport zeigen. Apropos Sport: Telekom-Kunden können mit ihrem Entertain-Anschluss die Live-Übertragung der Fußballbundesliga gucken. Der Spaß kostet 14,95 Euro extra im Monat. Wer es hochauflösend sehen will, zahlt nochmal 5 Euro mehr. Zudem gibt es ein TV-Archiv, in dem bereits ausgestrahlte Fernsehsendungen später noch einmal kostenlos angeschaut werden können, und eine Online-Videothek. Seinen Kunden vermietet die Telekom auf Wunsch verschiedene Set-Top-Boxen, um den Fernseher am DSL-TV anzuschließen, oder Festplattenrekorder, um Sendungen aufzunehmen oder zeitversetzt fernzusehen. Aber das ist kein Muss, eigene Geräte – falls vorhanden – sind ebenfalls benutzbar.

vodafone-tvVodafones Fernsehempfang via DSL heißt „Vodafone DSL plus TV Paket“ und kostet 34,95 Euro monatlich. Darin enthalten sind ein 16-MBit-Anschluss, Telefonflatrate ins Festnetz, ein WLAN-Modem für 1 Euro sowie TV Basic. Mit letzterem seht ihr über 50 Sender aus dem Free TV. Pay-TV-Programme gibt es ab 4,95 Euro zusätzlich pro Monat und Paket. Zur Auswahl stehen das Film-, Lounge-, Kinder- und Doku-Paket. Im Grundpreis ist übrigens ein Receiver enthalten, der auch als Videorecorder dient und zeitversetztes Fernsehen erlaubt.

o2-tvBei O2 läuft die Sache etwas anders: Hier bucht ihr das TV-Paket einfach zum bestehenden oder neuen DSL-Tarif hinzu. Wer das Fernsehprogramm nur live sehen will, zahlt dafür 7,90 im Monat (Receiver inklusive), wer es auch aufnehmen und zeitversetzt sehen möchte, zahlt 11,90 Euro (Receiver/Recorder inklusive). Eine feste Vertragslaufzeit wie bei den anderen Anbietern (jeweils 24 Monate) gibt es nicht, da es nicht an einen DSL-Vertrag gekoppelt ist. Dafür gibt es aber eine Anschlussgebühr von 20 Euro. Diese und die erste Monatsgebühr entfallen aber, wenn man sich für eine fest Laufzeit von zwei Jahren entscheidet. Auch bei O2 gibt es Pay-TV-Pakete, die je nach Genre 2,90 oder 14,90 zusätzliche Euro im Monat kosten. Wie bei der Telekom und Vodafone gibt es auch bei O2 einen Zugang zur Online-Videothek, wo ihr je nach Aktualität des Filmes bis zu 6,90 Euro pro Ausleihe zahlt. Einige Videos sind sogar kostenlos.

Fernsehen mit jedem Internetanschluss

Für die oben genannten Angebote ist natürlich der Abschluss eines Vertrages beim Provider nötig. Dafür bekommt man aber auch tatsächlich die gesamte Palette an öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern – so wie ihr das auch von Satellit- und Kabel- oder auch DVB-T-Empfang kennt. Zusätzlich gibt es aber im Internet zahlreiche Webseiten, auf denen ihr auch das TV-Programm sehen könnt. Das ist kostenlos und mit jedem Internetanschluss möglich – egal, bei welchem Provider ihr unter Vertrag steht. Zwar könnt ihr noch lange nicht alle Sender sehen und viele auch nicht live (also während der Ausstrahlung im TV), aber als Ergänzung zu einem richtigen Fernsehanschluss sind die Angebote wunderbar.

zattooZattoo: Der wohl bekannteste und beliebteste TV-Dient im Internet ist Zattoo. Das ist auch kein Wunder, kommt das Angebot doch dem am nächsten, was wir gemeinhin unter Fernsehen verstehen. Unter www.zattoo.com seht ihr das Live-Programm vieler deutscher Sender direkt im Browser. Darunter sind fast alle öffentlich-rechtlichen – also ARD, ZDF, alle Dritte und viele Spartenkanäle – und auch einige, wenn auch sehr wenige private sowie ausländische Sender. Um alles empfangen zu können, müsst ihr übrigens ein kostenloses Konto einrichten, sonst kriegt ihr nur vier Sender rein.

glotzdirektGlotzdirekt: Viele TV-Sender streamen ihr Programm live ins Netz (alle oder nur ausgewählte Sendungen) oder stellen Eigenproduktionen zumindest für den späteren Abruf online. Doch bevor ihr jetzt die Webseiten aller Kanäle absurft, die euch einfallen, besucht lieber www.glotzdirekt.de. Die Webseite listet alle Sender auf, die Inhalte in irgendeiner Form ins Internet stellen – sei es live oder nach der Ausstrahlung. Darunter sind etwa die Mediatheken von ARD und ZDF, Serien die auf Kabel 1 oder RTL laufen oder die Livestreams von n-tv und NDR. Hier findet ihr jedenfalls viele Sendungen, die ihr auch aus dem „richtigen“ Fernsehen kennt.

etwasverpasstEtwasVerpasst: Habt ihr eine Sendung im Fernsehen verpasst, stehen die Chancen gut, dass ihr sie auf www.etwasverpasst.de nachholen könnt – gerade, wenn es sich um eine Eigenproduktion der Sender handelt. Auf der Webseite sucht ihr euch Sender und Sendung aus, schon werdet ihr auf die entsprechenden Seiten von ZDF, Pro Sieben und so weiter geleitet. Dort seht ihr euch dann das Programm direkt im Browser an.

 

Richtig komfortabel wird es natürlich, wenn ihr die oben genannten Angebote direkt auf dem Fernsehen im Wohnzimmer anschauen könnt und nicht am Computer im Arbeitszimmer. Dafür braucht ihr dann aber entweder einen Rechner, der im Wohnzimmer steht, mit dem Internet und dem Fernseher verbunden ist (ein so genannter Wohnzimmer-PC). Oder ihr legt euch einen dieser modernen Fernseher mit Internetanschluss zu (zum Beispiel Smart TV genannt). So schaut ihr dann zum Beispiel auch YouTube-Clips von der Couch aus oder surft im Sessel durchs WWW.

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