iPad 2: Apple schlägt zurück! Oder?

iPad 2Es ist endlich da: das iPad 2. Wie bei vielen Produkten von Apple, brodelte im Vorfeld der Präsentation die Gerüchteküche, Fans der Marke warteten sehnsüchtig auf den Marktstart und – wie fast immer, wenn Steve Jobs ein neues Gadget aus seinem Hause zeigt – steht die IT-Presse Kopf. Aber ist es in diesem Fall gerechtfertigt? Kann das iPad 2 an die Erfolge seines Vorgängers anknüpfen? Das ist die Frage, denn mittlerweile gibt es starke Konkurrenz.

Zunächst einmal die wichtigsten Fakten zum neuen Apple iPad. Am auffälligsten sind vor allem zwei Neuheiten. Der Tablet-PC ist zum einen dünner geworden. Er ist jetzt nur noch 8,8 Millimeter hoch, was ein Drittel weniger ist als beim iPad 1. Es hat damit auch an Gewicht verloren und wiegt nur noch 601 Gramm bzw. 613 mit UMTS-Modem (ca. 15 Prozent weniger als sein Vorgänger). Nun hat das iPad auch endlich eingebaute Kameras – und davon gleich zwei: je eine auf Vorder- und Rückseite. Damit sollen Nutzer nicht nur Fotos machen, sondern Apples Dienst Facetime zum Videotelefonieren nutzen. Als Prozessor verbaut Apple eine A5-Dual-Core-CPU mit 1 GHz Taktfrequenz. Dieser soll bis zu 50 Prozent mehr Leistung bringen als der A4-Prozessor im iPad 1.

iPad 2Das 9,7 Zoll große Display ist hingegen gleich geblieben, was viele iPad-Fans etwas enttäuscht hat, weil die Konkurrenz (s.u.) hier viel mehr bietet. Die Auflösung liegt also immer noch bei 1024 x 786 Pixeln. Trotzdem konnte Apple die Grafik-Leistung nochmals steigern, was in der Hauptsache an der so genannten PowerVR SGX-Technologie liegt, die im iPad 2 zum Einsatz kommt. Laut Steve Jobs ist die Grafik-Performance rund neun Mal besser, als noch beim Vorgänger. Ganz neu ist der HDMI-Ausgang, in den aber nicht ohne weiteres ein normales HDMI-Kabel passt. Wie Apple manchmal so ist, braucht man einen speziellen Adapter (Apple Digital AV Adapter für 40 Euro), um das iPad 2 an einen Fernseher anzuschließen. Dann aber kann man zum Beispiel Videos vom Tablet direkt am großen Bildschirm gucken. Zuletzt möchte ich noch die HSUPA-Unterstützung erwähnen. Dabei handelt es sich um eine Ausbaustufe von UMTS, also mobilem Internet. Allerdings muss man dann darauf achten, dass man das iPad mit Wi-Fi + 3G erwischt und nicht nur das Modell mit Wi-Fi, also nur mit WLAN.

Bald auch in Deutschland
Die weiteren technischen Daten möchte ich natürlich auch noch erwähnen, auch wenn sie nicht sonderlich spektakulär sind. So gibt es das iPad 2 wahlweise mit 16, 32 oder 64 GByte Speicherplatz. Es besitzt Bluetooth sowie einen Gyro- und Beschleunigungssensor, der Drehungen, Richtungsänderungen und dergleichen erfasst. Zudem sind ein GPS-Chip und ein digitaler Kompass eingebaut. Mit dem neuen Tablet-Rechner kommt auch eine neue Version des mobilen Betriebssystems iOS. Die Version 4.3 hat nicht nur einen schnelleren Safari-Browser an Bord, sondern bietet darüber hinaus auch die neue Home Sharing-Funktion für iTunes sowie eine AirPlay-Erweiterung. So lassen sich Daten aus iTunes, dem Mac-Computer und dem iPad leichter kabellos synchronisieren. Des Weiteren bringt das iOS-4.3-Update neue Kamera-Funktionen und eine überarbeitete virtuelle Tastatur.

iPad 2Das Apple iPad 2 wird in den USA ab dem 11. März, in Deutschland ab dem 25. März erhältlich sein. Die Preise sind identisch zum iPad 1, beginnen also bei 499 Dollar für die kleinste Variante mit 16 GByte Speicher und WLAN und enden bei 829 Dollar für die Variante mit 3G und 64 GByte Speicher. Die Euro-Preise wurden noch nicht bekanntgegeben.

iPad 2 nur ein Zwischenschritt
Soweit zu den Fakten. Doch wie sind diese zu bewerten? Meiner Meinung nach, ist das iPad 2 nur als Zwischenschritt auf dem Weg zum iPad 3 zu sehen. Viele Apple-Fans sind etwas enttäuscht ob der mageren Neuerungen. Im Wesentlichen beschränkt es sich auf ein schlankeres Äußeres, zwei Kameras und etwas mehr Leistung. Ein Display mit höherer Auflösung? Fehlanzeige! Ein Kartenslot um den Speicher zu erweitern? Gibt es nicht! Daher muss man sich ganz genau überlegen, ob man sich ein neue iPad kauft oder lieber auf das nächste wartet – ganz besonders dann, wenn man schon im Besitz des iPad 1 ist.

Motorola XOOMUnd genau jetzt werfen auch andere Hersteller wie Motorola, Samsung, LG oder HTC Tablet-PCs auf den Markt. Sie laufen überwiegend mit Android, dem mobilen Betriebssystem von Google, das in die direkter Konkurrenz zu iOS steht. Hierzulande kommt zuerst das Motorola Xoom auf den Markt und damit der erste ernstzunehmende Widersacher für das iPad. Das Display ist mit 10,1 Zoll etwas größer, was natürlich Geschmackssache ist. Aber der Unterschied ist auch nicht so groß. Aber die Auflösung ist mit 1280 x 800 Pixeln schon etwas höher. Der Arbeitsspeicher ist 1 GByte große, der des iPad 2 fasst vermutlich nur die Hälfte. Was in meinen Augen aber besonders wichtig ist: Der interne Speicher von 16 oder 32 GByte lässt sich mit microSD-Karten aufrüsten. Das sollte eigentlich Standard bei jedem tragbaren Gerät sein – egal, ob „Apple“ oder „Motorola“ drauf steht. Zudem soll sich das Xoom auf den neuen LTE-Standard für mobiles Internet aufrüsten lassen. Zwei Kameras (vorne und hinten) gehören auch hier zur Ausstattung, genauso wie ein GHz-Dual-Core-Prozessor und ein HDMI-Ausgang für den Anschluss an den Fernseher oder Monitor – über einen Micro-HDMI-Anschluss übrigens.

Teures Spielzeug
Wie ich finde, ist das Xoom besser ausgestattet als das iPad 2. Dafür kostet es aber auch etwas mehr: mit WLAN und UMTS (3G) soll es ab April für 700 Euro zu haben sein. Happig! Das ist dann schon ein sehr teures Gadget. Was man außerdem noch beachten sollte – ja sogar beachten muss beim Thema Tablet-PCs (wie übrigens auch beim Thema Smartphones): Wie groß ist das Angebot an Apps? Hier hat Apple natürlich die Nase vorn, weil das iPad einfach einen riesigen Vorsprung hat: Entwickler können schon seit fast einem Jahr Software für Apples iPad programmieren. Android 3.0, das speziell für Tablets ausgelegt ist, gibt es erst seit wenigen Wochen. Zumindest in den nächsten Monaten dürfte Apple hier noch die Nase vorn haben. Doch der Smartphone-Markt hat gezeigt, dass nach einigen Monaten das Angebot an Apps auch auf anderen Plattformen stark gestiegen ist.

Was sagt ihr zum iPad 2? Ist es nur ein Zwischenschritt zum nächsten Modell oder bietet es wirklich Neues? Ist es gegen die neue Konkurrenz chancenlos oder haben umgekehrt die anderen Tablet-PCs nichts zu melden?

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289 Antworten auf iPad 2: Apple schlägt zurück! Oder?

  1. Det7171 sagt:

    Ich denke das ich mir das iPad2 kaufen werde. Für das erste (iPad1) hatte ich noch keine Anwendungen. Nun gibt es jede Menge Zeitschriften-Apps und auch Bücher lassen sich auf dem iPad lesen. Dazu kommen die Möglichkeiten für Fotografen mit dem iPad zu arbeiten. Zukünftig wird es Apps für das Kfz geben (siehe den neuen VW Bulli). Die Konkurenz schläft natürlich nicht aber um das umfassende Angebot rund um das iPad zu toppen oder zumindest gleich zu ziehen wird es noch lange dauern.
    Das iPad2 kann man nach 2 Jahren sowieso zum Alteisen legen und wird sich etwas neues aktuelleres gönnen. Durch die immens schnelle Entwicklung im Bereich der Unterhaltungselektronik lässt sich das kaum vermeiden. Ich kenne niemanden im Bekanntenkreis der einen Leptop, Netbook oder Handy länger als 3 Jahre benutzt. Die meisten verkaufen ihr Gerät nach 2 Jahren um auf etwas aktuelleres umzusteigen.