Fünf Fragen an Robert Kneschke: Stockfotograf und Buchautor

Robert KneschkeMit seinem seinem Buch „Stockfotografie – Geld verdienen mit eigenen Fotos“ hat Robert Kneschke sicherlich das Standardwerk zum Thema verfasst. In der neu erschienenen zweiten Auflage erklärt der Autor, was ein gutes Stockfoto ausmacht und wie man es am besten verkauft. Uns verrät Kneschke im Interview, wie man den Einstieg schafft und welche Fehler Anfänger oft machen.

Frage: Digicam schnappen, Motiv suchen, Foto machen, Aufnahme verkaufen – so einfach ist es dann wohl doch nicht. Wie schafft man den Einstieg in die Stockfotografie und welche Voraussetzungen muss man vor allem mitbringen?

Kneschke: Auch wenn man mit jeder Kamera gute Fotos machen kann: Die Bildagenturen verlangen zusätzlich zum tollen Motiv eine entsprechende technische Qualität, die am einfachsten mit einer digitalen Spiegelreflexkamera erreicht werden kann. Die Preisklasse spielt dann kaum eine Rolle. Ganz wichtig ist auch das Bewusstsein, dass man für den Markt fotografiert und nicht für sich selbst. Sonst führt das schnell zu Frust bei Ablehnungen von Fotos, die einem persönlich am Herzen liegen.

Frage: Ist Stockfotografie etwas, von dem man gut leben kann? Oder ist es eher ein netter Nebenverdienst?

Kneschke: Ich kann davon gut leben und kenne auch viele andere Fotografen, die gute Einkünfte haben. Aber das sind auch Profis, die den ganzen Tag nichts anderes machen. Wer nur nebenbei Fotos verkauft, wird entsprechend weniger Einnahmen haben, die meist im unteren dreistelligen Bereich liegen. In meinem Buch „Stockfotografie“ liste ich auch detailliert die Einkünfte verschiedener Fotografen vom Hobby- bis Profifotograf auf.

Stockfotografie – Geld verdienen mit eigenen FotosFrage: Welche Motive sind besonders beliebt bei Käufern? Sollte man sich darauf spezialisieren?

Kneschke: Beliebt sind immer Business-Fotos oder aktuelle Themen wie alternative Energien. Eine Spezialisierung darauf macht nur Sinn, wenn einem das Fotografieren dieser Motive auch Spaß machen würde. Ansonsten lieber Nischen suchen, die vielleicht weniger verkauft werden, aber bei denen man mit Herz und Seele dabei ist. Da bleibt die eigene Motivation dann länger erhalten.

Frage: Wie wird sich der Markt für Stockfotografie aus Ihrer Sicht in Zukunft entwickeln?

Kneschke: Wenn ich das wüsste, wäre ich sicher Millionär und könnte mich zur Ruhe setzen. Aber im Ernst: Die Grenzen zwischen verschiedenen Medienformaten wie Fotos, 3D-Rendering, Illustrationen, Audio, und Video verschwimmen immer mehr. Der Fotograf muss die anderen Bereiche zumindest ansatzweise auch beherrschen, um mithalten zu können.

Frage: Welche Fehler begehen Anfänger in Sachen Stockfotografie am häufigsten?

Kneschke: Viele Anfänger ignorieren die rechtlichen Tücken. Rechtliche Hinweise lesen sich leider auch oft sehr fade, aber sie verhindern, dass man schnell eine Klage am Hals hat. Juristische Fallstricke gibt es viele: Das Persönlichkeitsrecht, das Markenrecht, Designschutz, Urheberrecht und so weiter. Wer sich hier etwas informiert, kann sich später viel Ärger ersparen.

Wir danken Robert Kneschke recht herzlich, dass es sich die Zeit für dieses Interview genommen hat. Seinen Blog findet ihr übrgens unter www.alltageinesfotoproduzenten.de.

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186 Antworten auf Fünf Fragen an Robert Kneschke: Stockfotograf und Buchautor

  1. Max Günter Jagodzinska sagt:

    Bravo, Herr Kneschke, knapp und präzise auf den Punkt gebracht!
    Wenn das Gesagte alle beherzigen würden, die davon überzeugt sind, dass sie wahre Kunstwerke fotografieren, würden diese Leute nicht mehr versuchen, ihre Bilder in der Stockfotografie unterzubringen und sich jede Menge Frust ersparen.
    Stockfotografie ist ein knallhartes Geschäft, auf dem nur derjenige Erfolg haben kann, der sich nach dem Markt richtet.
    MGJ