Endlich: Amazon startet in Deutschland eigenes Kindle-Programm

Jetzt hat es das Amazon Kindle endlich auch nach Deutschland geschafft. Klar, auch hier konnte man immer schone einen der schicken E-Book-Reader vom größten Buchversender der Welt kaufen. Doch war man immer auf Amazon USA angewiesen – sowohl was das Gerät selbst als auch die Inhalte dafür anging. Nun ist das nicht mehr Fall – zumindest nicht zu 100 Prozent.

Denn nun hat auch Amazon Deutschland einen eigenen Kindle-Shop, in dem der E-Book-Reader samt E-Books verkauft werden. Laut Anbieter gibt es unter den insgesamt 650.000 Titeln 25.000 deutschsprachige. Darunter sind auch 71 der 100 Spiegel-Bestseller. Zeitungs- und Zeitschriften-Abos gibt es ebenfalls: An deutschsprachigen Titel stehen FAZ, Handelsblatt, Die Zeit, Wirtschaftswoche, Neue Züricher Zeitung und NZZ am Sonntag zur Verfügung. Viele aktuelle Romane sind in elektronischer Form auch viel billiger als auf Papier. Blättert man aber mal durch den Kindle-Katalog sieht man recht schnell, dass vor allem E-Books, die nicht zu den Bestsellern gehören, oft genau so viel kosten wie ihre klassischen Pendants. Es ist schade, dass man E-Books hierzulande nicht durchgehend günstiger anbietet. Für den Verlag sind die Produktion und der Vertrieb ja schon billiger geworden. Vielleicht ist das aber eine Frage der Zeit. Die Mühlen mahlen ja hier und da bekanntlich langsam.

Aber apropos Vertrieb: Die E-Books werden drahtlos auf das Lesegerät übertragen. Entweder per WLAN oder – wenn man sich das 3G-Modell des Kindles zulegt – auch per Handynetz. Das kostet übrigens nichts: Das Stöbern und Kaufen bei Amazon via Mobilfunk ist kostenlos. Es gibt übrigens auch Lese-Apps für Windows-PCs, Mac-Rechner, iPhone, iPad und Smartphones sowie Tablets mit Android. Auch über diese Geräte kann man dann im E-Book-Store einkaufen und auch auf seine bereits gekauften Bücher zugreifen. Diese werden nämlich auf den Servern des Anbieters gespeichert und mit dem eigenen Amazon-Konto verknüpft. Eine Funktion namens Whispersync macht es Möglich, dass man auf jedem Gerät – egal, ob Kindle, Smartphone oder Tablet – auf seine Notizen sowie Anmerkungen zugreifen und dort weiterlesen kann, wo man zuletzt aufgehört hat. Ihr hört also beispielsweise am Kindle auf zu lesen, und macht auf dem iPhone genau an der gleichen Stelle weitere. Die Synchronisation läuft über WLAN oder Mobilfunk.

Mit dem neuen Kindle-Shop hat Amazon auch in Deutschland die Direct Publishing Plattform eingeführt. Autoren können ohne den Umweg über einen Verlag direkt eigene Werke bei Amazon als E-Book anbieten. 70 Prozent des Umsatzes gehen an den Autor, 30 Prozent behält Amazon. Für Verlage steht das Direct Publishing Plattform ebenfalls offen. Zielgruppe dürften aber eher einzelne Autoren sein, die sich nicht in mit Verhandlungen mit Verlagen rumschlagen wollen.

Noch ein kurz ein paar Worte zu den Kindle-Geräten selbst, bei denen es sich noch um die US-amerikanischen Versionen handelt (englische Tastatur und Benutzerführung): Es gibt das WLAN-Modell für 139 Euro und das 3G-Modell (auch mit WLAN) für 189 Euro. Beidem Modelle haben ein 6-Zoll-Display mit E-Ink, das nur beim Umblättern Strom verbraucht. Daher soll eine Akkuladung auch einen ganzen Monat halten. Nicht unbedingt ein Nachteil ist dabei die Tatsache, dass der Bildschirm keine Farben anzeigt. Immerhin will man ja lesen. Auch sonst sind die technischen Daten beider Kindle-Modelle gleich: 3 GByte Platz für Bücher, USB-Anschluss und Kopfhöreranschluss. Unterstützte Formate: Kindle (AZW), TXT, PDF, Audible (Audible Enhanced (AA, AAX)), MP3, ungeschützte MOBI, PRC nativ; HTML, DOC, JPEG, GIF, PNG, BMP nach Konvertierung. Das Kindle ist 190 x 123 x 8,5 Millimeter groß und wiegt um die 240 Gramm.

Übrigens: Den E-Book-Bereich im Terrashop gibt es schon lange. Wir bieten E-Books überwiegend im PDF-Format an. Das Format unterstützen praktich alle Reader und auch Smartphones.

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Eine Antwort auf Endlich: Amazon startet in Deutschland eigenes Kindle-Programm

  1. Quincy sagt:

    Für mich ist das eine spannende Geschichte, dieser E-Book-Markt. Ich hoffe, er kommt auch in Deutschland recht bald ins rollen. Ich bin jederzeit bereit einen angemessenen Preis für ein E-Book zu bezahlen, jedoch MUSS ein deutlicher Unterschied zum Printmedium bestehen. Bei MP3 und CD ist das ja auch der Fall …

    E-Books sind für mich lediglich aus Platzgründen interessant, wenn ich aber dafür fast soviel zahlen muss wie für das gedruckte Buch, dann fällt die Entscheidung leicht: Buch.

    Ich bin sehr gespannt, wie sich der Markt noch entwickelt.